FEM / Finite Elemente Berechnung
eines Gaskanals am Brenner

 

Aufgabenstellung:

Unten ist ein Gaskanal um einen Brenner skizziert. Das auf 460 oC vorgewärmte Gas geht in einen Ringkanal, der auf dem
Brennermantel aufgeschweißt ist, und von dort über Schlitze in den Brennerraum hinein. Die Kanalwände haben alle eine
Temperatur von 460 oC.

Der Brennerraummantel ist mit einer Ausmauerung gegen die Innentemperatur geschützt. Auf der Außenwand ist eine
Isolierung vorgesehen. Der Brennerraummantel soll eine Temperatur von 250 oC haben. Im Kanalbereich wird die
Temperatur 460 oC.

  1. Wie groß sind die Wärmedehnungen mit dem FEM-Modell an den Stellen A, B, C und D
  2. Welche Wärmespannungen treten an der Stelle Y auf. Wenn die Strecke X klein ist, treten dann Zwängungen auf.
  3. Kann man mit MEANS das Maß X errechnen, bei dem die 460 oC Blechtemperatur in die 250 oC übergehen.

 

Skizierung der Wärmedehnungen

 

Berechnung der Wärmedehnungen

Der Wärmeausdehnungskoeffizient für das Material beträgt:

a460 Grad = 14.24 x 10E-6 / C

a250 Grad = 13.35 x 10E-6 / C

 

Wärmedehnung an der Stelle A:

w250 Grad = 6800 x 250 x 13.35E-6 = 22.7 mm / 2 = 11.35 mm

 

Wärmedehnung an der Stelle C:

w460 Grad = 7800 x 460 x 14.24E-6 = 51.1 mm / 2 = 25.5 mm

 

Erstellung des Linienmodells

Der Gaskanal kann sehr einfach mit dem 3D-Rotationsgenerator von NETGEN erzeugt werden indem ein Linienmodell bestehend aus BEAM2-Elementen 360 Grad um eine Rotationsachse generiert wird.

 

um die CAD-Iconleiste aufzurufen um ein Linienmodell zu erstellen

-Startpunkt X=0, Y= 3400, Z= 0

-Endpunkt X=2000, Y=3400, Z=0

-Endpunkt X=2000, Y=3900, Z=0

-Endpunkt X=4100, Y=3900, Z=0

-Endpunkt X=4100, Y=3400, Z=0

-Endpunkt X=6000, Y=3400, Z=0

sowie eine zusätzliche Linie:

-Startpunkt X=2000, Y= 3400, Z= 0 und

-Endpunkt X=4100, Y=3400, Z=0

 

Generierung des Strukturmodells mit dem 3D-Rotationsgenerator

 

 

 

 

Erzeugung der Elementgruppen

 

Materialdaten eingeben

Mit dem Menü FEM-Projekt bearbeiten und Materialdaten sind die Materialdaten einzugeben. Folgende Werte geben Sie bitte außer der Temperatarbelastung ein:

Elementgruppe 1 (grün) E-Modul = 158620 N/mm2
Wanddicke H1, H2, H3, H4 = 12 mm
P-Zahl = 0.3
Wärmekoeffizient = 13.35E-6
Temperaturbelastung = 250 Grad
Elementgruppe 1 (hellblau) E-Modul = 158620 N/mm2
Wanddicke H1, H2, H3, H4 = 12 mm
P-Zahl = 0.3
Wärmekoeffizient = 14.24E-6
Temperaturbelastung = 460 Grad

 

 

 

Randbedingungen erzeugen

Die Randbedingungen müssen so gewählt werden, daß Sie die Wärmedehnungen nicht behindern können.

 

Temperaturbelastung erzeugen

Erzeugung Lastfall 1 mit sehr kleinem X-Abstand:

Bei diesem Lastfall wird ein sehr kleiner X-Abstand gewählt, hier sind aufgrund der hohen Temperaturdifferenz sehr hohe Spannungen zu erwarten.

 

 

Erzeugung Lastfall 1 mit sehr großem X-Abstand:

Bei diesem Lastfall wird ein sehr großer X-Abstand gewählt, hier sind aufgrund der geringeren Temperaturdifferenzen kleinere Spannungen zu erwarten.

 

 

FEM-Analyse

 

 

Ergebnisse Gaskanal mit kleinem X-Abstand

Verformungen/Wärmedehnungen: bei 250 oC = 11.02 mm in x- und y-Richtung

bei 460 oC = 25.69 mm in x- und y-Richtung

maximale Mises-Spannungen: 267 N/mm2 (bei der max. Temperaturdifferenz)

 

Ergebnisse Gaskanal – mit großem X-Abstand

Ergebnis: Durch den langsameren Temperaturübergang von 460oC auf 250 oC, beträgt die Mises-Spannung nur noch 88 N/mm2. Die Verformungen bleiben dagegen unverändert.

 

 

Stationäre Temperaturfeld-Analyse

Kann man mit MEANS nun auch das Maß X errechnen, bei dem die 460oC Blechtemperatur in die 250oC übergehen?

Dies könnte man z.B. mit einem FEM-Modell für eine stationäre 2D-Temperaturberechnung mit Hilfe der Wärmeleitfähigkeit von Blech mit 45 W/mK und den Randtemperaturen von 30oC bzw. 460oC ermitteln.

 

Erstellung des Linienmodells

-Startpunkt X= -1000, Y= 3000, Z= 0

-Endpunkt X= -1000, Y= 3400, Z= 0

-Endpunkt X= 0, Y=3400, Z= 0

-Endpunkt X= 0, Y=3900, Z= 0

-Endpunkt X= 2100, Y=3900, Z= 0

-Endpunkt X= 2100, Y=3400, Z= 0

-Endpunkt X= 3100, Y=3400, Z= 0

-Endpunkt X= 3100, Y=3000, Z= 0

-Endpunkt X=-1000, Y=3000, Z= 0

 

Netzgenerierung des FEM-Strukturmodells

Wählen Sie das Icon aus der Ansichtsleitse um die Netz-Iconleiste anzuzeigen.

Wählen Sie jetzt das Icon um in das Linienmodell ein Dreiecksnetz zu generieren. Wählen Sie in der Dialogbox den Elementtyp TRI3S und die Netzdichte von 50 aus.

Es entsteht ein Strukturmodell mit 296 Knotenpunkte und 493 TRI3S-Scheibenelemente.

 

Da das Scheibenelement TRI3S nur für Statik und Dynamik eingesetzt werden kann muß es noch mit dem Menü FEM-Projekt bearbeiten und Elementgruppen in sein verwandtes Temperaturelement TRI3T konvertiert werden.

 

 

Erzeugung der Elementgruppen

 

Eingabe der Materialdaten

Mit dem Menü FEM-Projekt bearbeiten und Materialdaten sind die Materialdaten für alle 2 Elementgruppen einzugeben. Geben Sie bitte die Wärmeleitfähigkeiten in x-, y- und z-Richtung von 0.045 W/mmK sowie die Elementdicke von 1 ein.

 

Randbedingungen für Temperatur erzeugen

Folgende Anfangsrandbedingungen werden für die stationäre Temperaturfeldanalyse angenommen:

Umgebungstemperatur 30oC an folgenden Stellen:

Starttemperatur 460oC an folgenden Stellen:

 

 

Diese werden folgendermaßen erzeugt:

 

 

 

 

FEM-Analyse

 

Schritt 1: FEM-Analyse starten

Starten Sie nun den FE-Solver mit dem Button Schritt 1: FEM-Analyse starten. Es erscheint das Watcom-Fenster indem der Berechnungsablauf angezeigt wird. Nach der Analyse muß das Fenster mit Exit wieder geschlossen werden.

 

 

Schritt 2: Postprozessor starten

Nach erfolgreicher Berechnung erscheint automatisch wieder die letzte Dialogbox um die Ergebnisse mit Schritt 2: Postprozessor starten grafisch auszuwerten.

 

 

Ergebnisauswertung

Starten Sie mit dem vorigen Schritt oder mit dem Icon in der Ansichtsleiste die Iconleiste für Postprocessing um die Ergebnisse auszuwerten.

 

 

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